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# Die neue Hertha: Weniger Stars, mehr Erfolg
- URL: https://www.feverpitch.de/die-neue-hertha-weniger-stars-mehr-erfolg/
- Published: 2026-11-04T12:45:17.000Z
- Updated: 2026-11-04T12:53:25.000Z
- Description: Der erzwungene Ausverkauf wurde für die Berliner zum Glücksfall: Zehn Spieltage später führen sie die Zweite Liga an.
- Author: Redaktion

Die Stars weg, die Kasse leer und die Erwartungen im Keller – Hertha BSC schien im Sommer vor dem noch tieferen Absturz zu stehen. Doch zehn Spieltage später sind die Berliner souveräner Tabellenführer der Zweiten Bundesliga. Sie spielen den besten und erfolgreichsten Fußball seit Jahren und müssen konstatieren: Der Ausverkauf war die Rettung.

Natürlich war der Abschied von Fabian Reese, Michaël Cuisance und weiteren namhaften Spielern keine freiwillige Entscheidung. Hertha musste verkaufen, um finanziell handlungsfähig zu bleiben. Doch der erzwungene Umbruch eröffnete neue Möglichkeiten. „Wenn wir verkaufen müssen, dann machen wir es richtig. Dann versuchen wir, dieser Mannschaft ein neues Gesicht zu geben“, erklärt Hertha-Experte Marc Schwitzky (Hertha Base Podcast) im [Fever Pit'ch Podcast](https://www.youtube.com/watch?v=8-CJtOGooxA) den Gedanken dahinter.

Alte Hierarchien wurden aufgebrochen, Abhängigkeiten reduziert, Spieler aus der zweiten Reihe übernahmen Verantwortung. Herthas zuvor heftig kritisierter Trainer Stefan Leitl nutzte die neuen Voraussetzungen, um seinen Fußball grundlegend zu verändern. Statt auf Umschaltmomente und individuelle Klasse zu setzen, lässt er seine Mannschaft hoch pressen, aggressiv gegenpressen und den Spielaufbau kontrollierter gestalten. Aus einem von seinen Stars abhängigen Kader ist ein funktionierendes Kollektiv geworden. Hertha kann Spiele inzwischen auf unterschiedliche Weise entscheiden und findet auch gegen defensiv eingestellte Gegner Lösungen. Das souveräne 3:0 in Kaiserslautern zeigte, wie weit die Berliner dabei gekommen sind.

Dahinter steckt auch eine neue Demut der Hertha-Führung. Statt nach der enttäuschenden Vorsaison reflexartig den Trainer auszutauschen, hielten die Verantwortlichen an Leitl fest und gaben ihm die Chance, seine Ideen weiterzuentwickeln. Die großen Aufstiegsparolen der Vorjahre sind einer realistischeren Einschätzung der eigenen Möglichkeiten gewichen. Ausgerechnet der Verein, der jahrelang an seinen überzogenen Ansprüchen scheiterte, profitiert nun davon, nicht mehr alles erzwingen zu wollen.

Diese Demut wird Hertha auch künftig brauchen. Denn der sportliche Höhenflug ändert nichts an den wirtschaftlichen Problemen. Der Kader ist dünn, die finanziellen Verpflichtungen bleiben, und ein Aufstieg könnte den Verein vor Herausforderungen stellen, auf die er noch nicht vorbereitet ist. Andererseits dürfte es kaum leichter werden, diese Mannschaft ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga zusammenzuhalten. Hertha hat gelernt, mit weniger auszukommen. Jetzt muss der Verein beweisen, dass er auch mit mehr Erfolg umgehen kann.

*Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen* [*unter diesem Link*](https://www.youtube.com/watch?v=8-CJtOGooxA)*.*

Foto: Imago

## Takeaways

- Der erzwungene Ausverkauf wurde für Hertha BSC zum Glücksfall.
- Nach dem Abgang von Fabian Reese und Michaël Cuisance übernahmen Spieler aus der zweiten Reihe Verantwortung.
- Stefan Leitl stellte den Fußball von Umschaltmomenten auf hohes Pressing und aggressives Gegenpressing um.
- Hertha BSC ist zehn Spieltage später souveräner Tabellenführer der Zweiten Bundesliga.
- Das 3:0 in Kaiserslautern zeigte, wie weit die Berliner gekommen sind.
- Die Hertha-Führung hielt an Leitl fest, statt den Trainer auszutauschen.
- Der dünne Kader und die finanziellen Verpflichtungen bleiben die größten Gefahren.

*▶️ Mehr Analysen und Talks gibt's auf* [*Fever Pit'ch*](https://www.feverpitch.de/)*.*