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# Der Wirtz-Faktor: Keine Blitzlichter, keine Flimmereffekte
- URL: https://www.feverpitch.de/der-wirtz-faktor-keine-blitzlichter-keine-flimmereffekte/
- Published: 2026-10-14T04:59:00.000Z
- Updated: 2026-10-14T05:38:25.000Z
- Description: Fever Pit'ch-Kolumnist Alex Steudel über die weiterhin enttäuschenden Leistungen des Ex-Leverkuseners in Liverpool
- Author: Alex Steudel
- Tags: #kommentar1

Ich habe mir am Wochenende das Spiel Arsenal London gegen Leeds United angeschaut, also Zweiter gegen Fünfter der Premier League. Zwischendurch hatte ich dabei den Eindruck, jemand habe an den Videoeinstellungen herumgefummelt und die 1,25fache Geschwindigkeit eingestellt. Es fehlte nur noch die Einblendung, die sonst manchmal vor Serien oder Filmen zu sehen ist: "Warnung: Blitzlichter und Flimmereffekte."

Es ging richtig ab auf dem Platz. Ich war begeistert. Mit Bundesliga hatte das Ganze wenig zu tun.

Wer nicht versteht, warum viele deutsche Superstars in England höchstens mitschwimmen und warum das, was wir Woche für Woche in der Bundesliga sehen, kein Maßstab ist, sollte so eine Grenzerfahrung mal machen. Und schon sind wir beim Thema Florian Wirtz.

Als der inzwischen 23-Jährige in der Spielzeit 2023/24 mit Bayer Leverkusen durch die Liga fräste und am Ende Meister wurde, dachten wir alle: Mit so einem wie Wirtz geht es endlich wieder bergauf im deutschen Fußball!

Wir hatten aber nicht auf der Rechnung, dass die Premier League keine Rücksicht auf den Betrieb Bundesliga nimmt, im Gegenteil. Fakt ist: Wirtz wurde in Liverpool nicht besser, sondern schlechter. In England presst man brutaler als in Deutschland, und es wird irre viel kurzgesprintet. Auch andere Bundesliga-Spieler, die über den Kanal wechselten, taten sich schwer damit. Ich sage nur: Nick Woltemade, Niclas Füllkrug, Christopher Nkunku. Jadon Sancho. Sébastien Haller. Genügt das?

![](https://storage.ghost.io/c/6b/ad/6bad9054-6133-4450-a52a-588dfc65c6de/content/images/2026/08/Steudel-FP-Logo-1.png)

Wirtz gilt jedenfalls in England als gescheiterter Transfer. Dabei war er 2025 für 125 Millionen Euro zum FC Liverpool gekommen, als Hoffnungsträger. Sein Marktwert betrug sogar 140 Millionen. Jetzt sind es noch 85 Millionen, was bedeutet, dass er ein sehr guter Fußballspieler ist, aber eben kein absoluter Überflieger. Siehe WM.

Woche für Woche stellt der Mittelfeldmann das in England unter Beweis, zuletzt am Wochenende beim 0:3 der Reds gegen ManCity. Die Daily Mail schrieb: "Florian Wirtz war die größte Enttäuschung unter den 22 Spielern, die von Beginn an auf dem Platz standen."

Sein größter Kritiker ist Jamie Carragher, Ex-Profi der Reds und ein inzwischen sehr unterhaltsamer und sehr guter TV-Kritiker. "Dieser Transfer funktioniert nicht", sagte der englische Didi Hamann. "Dass Wirtz jede Woche auf der Zehn spielt, muss aufhören. Liverpool hat ihm genügend Chancen gegeben. Er muss aus der Mannschaft genommen werden."

Die einzige Hoffnung, so Carragher: "Dass Jürgen Klopp den Arm um ihn legt." Ist inzwischen geschehen, hat aber nichts gebracht.

Ich kann nicht verhehlen, dass ich enttäuscht bin. Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass ein Spieler, der in der Bundesliga dermaßen heraussticht, in England keinen Unterschied macht. Noch im Sommer entgegnete ich allen Wirtz-Kritikern im Freundeskreis: "Das erste Jahr in England ist immer schwer, der wird kommende Saison durch die Decke gehen."

Diejenigen, denen ich das gesagt habe, fragen mich jetzt dauernd, wann denn diese kommende Saison nun endlich anfange. Heute vermutlich nicht: Der FC Liverpool tritt in der Champions League nur beim Linzer ASK an.

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