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Der Hamburger Weg führt in eine Sackgasse

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Wann immer ich eine Geschichte über den 1. FC Kaiserslautern lese, könnte ich verrückt werden. Die jüngeren Leser von Fever Pit'ch werden es kaum glauben: Vor zwei Jahrzehnten war dieser Verein die zweite oder dritte Macht des deutschen Fußballs. Trainer Otto Rehhagel brachte als Aufsteiger 1998 das Kunststück fertig, den Bayern die Meisterschaft abzujagen.

Bis heute fehlt mir jede Erklärung, wie Fritz Walters Verein in die 3. Liga abstürzen konnte. Misswirtschaft, Eitelkeit, Geldsorgen: An Begründungen mangelt es ja nicht. Aber irgendjemand muss doch, als alles den Bach runterging, Halt gerufen haben. Offenbar nicht. Am 27. Mai kommen die Bayern zum Benefizspiel auf den Betzenberg. Der FCK ist ein Sanierungsfall.

Daran muss ich denken, wenn ich Hamburg betrachte.

Einen zurückhaltenden Dienstag wünscht

Euer Pit Gottschalk

Der Hamburger Weg führt in eine Sackgasse

TV-Millionen fehlen: So geht es jetzt beim Hamburger SV weiter

Auf den Hamburger SV kommen schwere Zeiten zu – die sogar Tiefpunkte der jüngeren Vereinsgeschichte in den Schatten stellen könnten.

Von Andreas Frank

Eigentlich ist der Hamburger Weg eine richtig gute Sache. Unter diesem Namen hat man beim Hamburger SV schon vor mehreren Jahren eine Stiftung ins Leben gerufen. Der Verein übernimmt damit gesellschaftlich Verantwortung in der Hansestadt und fördert viele wichtige Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Bedauerlich nur für die vielen HSV-Anhänger, dass die Fußball-Profiabteilung vom Hamburger Weg zurück in die Bundesliga ziemlich weit abgekommen ist. In erster Linie, weil Anspruch und Wirklichkeit viel zu selten in Einklang standen. Man predigte Demut und praktizierte Selbstüberschätzung - ein Spagat, mindestens so schmerzhaft wie der nun gerade verpasste Aufstieg.

„Habe empfohlen, den Trainer zu wechseln“

Nach der Pleite in Paderborn meldete sich Investor Kühne zu Wort. Seine Vorstellung von der HSV-Zukunft ist deutlich.

Eine verheerende Außendarstellung, am Tag nach dem sportlichen Scheitern noch befeuert vom selbstgerechten Geschwätz von Investor Klaus-Michael Kühne. Der Milliardär beklagt sich allen Ernstes darüber, dass der Verein seinem Ansinnen nicht gefolgt sei, Trainer Hannes Wolf schon im Februar zu feuern.

Kühne könnte das freundliche Gesicht des HSV sein, wahrgenommen wird er als hässliche und vorlaute Fratze. Und so wird die Zahl derjenigen, die den Hanseaten ein Comeback in der Bundesliga wünschen, eher ab- als zunehmen.

"Nächstes Jahr wird es nicht einfacher"

Uwe Seeler hat den verpassten Aufstieg seines Hamburger SV  mit großer Traurigkeit zur Kenntnis genommen.

In der kommenden Saison wird und muss sich zeigen, wohin der Hamburger Weg nun wirklich führt. Auch ein aktueller Liga-Topklub wie Borussia Dortmund ist einst nach drei Jahren Zweitklassigkeit bis ganz an die Spitze zurückgekehrt und damit ein leuchtendes Beispiel für einen gelungenen sportlichen Neustart.

Es kann aber auch ganz anders kommen. Ein Traditionsverein wie der 1. FC Kaiserslautern stieg vor sieben Jahren aus der Bundesliga ab und ist mittlerweile drittklassig. Eine solche Entwicklung an der Alster wäre dann wohl die Hamburger Sackgasse.

Andreas Frank ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)

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