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# Champions-League-Finale 1999 verloren: Mario Basler gibt Bayern-Trainer Hitzfeld die Mitschuld
- URL: https://www.feverpitch.de/champions-league-finale-1999-verloren-mario-basler-gibt-bayern-trainer-hitzfeld-die-mitschuld/
- Published: 2026-09-25T04:11:03.000Z
- Updated: 2026-09-25T04:54:10.000Z
- Description: Wechsel kurz vor Schluss, ein zu kurz geklärter Ball und Thomas Helmer als Verteidiger auf der Bank: So erklärt er die Nacht von Barcelona, als Bayern München in der Nachspielzeit den Henkeltopf verspielte
- Author: Pit Gottschalk

Für Mario Basler beginnt die Niederlage von Barcelona mit einer Auswechseltafel. 80\. Minute im Camp Nou, der FC Bayern führt im Champions-League-Finale 1999 durch Baslers Freistoßtor aus der sechsten Minute mit 1:0 gegen Manchester United, und Trainer Ottmar Hitzfeld nimmt Lothar Matthäus vom Platz. Für ihn kommt Thorsten Fink. „Das war der große Fehler“, sagt Basler.

So erzählt es Basler im [Legenden-Podcast](https://www.feverpitch.de/calmund-und-hertha-gestoppt-hat-ihn-nur-der-eigene-konzern/) [„Wie war das damals?“](https://open.spotify.com/show/7wzDMrwOwhxUnXfK5VoHed) des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, bei Pit Gottschalk und Christian Pfennig. Normalerweise, sagt er, habe Hitzfeld in solchen Lagen Thomas Helmer für Matthäus gebracht. Diesmal nicht, und dafür gebe es einen Grund jenseits des Sportlichen: „Da war halt was vorgefallen zwischen den beiden.“ Basler legt sich fest: „Diesen Fehler muss Ottmar Hitzfeld sich eingestehen.“

Was folgte, kennt jeder Fußballfan. Nach einer Ecke von David Beckham kam der Ball in der Nachspielzeit zu Fink, der ihn nicht weit genug aus der Gefahrenzone brachte, über Ryan Giggs landete er bei Teddy Sheringham, 1:1\. Zwei Minuten später traf Ole Gunnar Solskjær zum 2:1\. Basler beschreibt die Szene mit Fink auf den Meter genau: „Wenn er den 10 Meter wegschießt, gewinnen wir das Spiel.“ Es waren nach seiner Rechnung acht, genau dorthin, wo Sheringham stand.

Die Geschichte hinter dem Wechsel will Basler nicht erzählen. Das sei Thomas Helmers Geschichte, sagt er, oder die von Hitzfeld. Helmer hat sie längst selbst erzählt, [in der ZDF-Dokumentation „FC Hollywood“ vom Januar 2025](https://www.t-online.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/id%5F100567632/fc-bayern-thomas-helmer-kritisiert-trainerlegende-ottmar-hitzfeld.html). Er habe in Brøndby ein Eigentor gemacht, „seitdem habe ich keine einzige Minute mehr in der Champions League gespielt“. Und auf die Frage, warum er im Finale hätte kommen müssen: „Weil Manchester vier Stürmer auf dem Feld hatte.“ Das werfe er Hitzfeld bis heute vor.

Damit hat Baslers Vorwurf einen zweiten Zeugen, und es ist der Mann, um den es geht. Zwei Spieler aus derselben Kabine beschreiben unabhängig voneinander dieselbe Lücke im Plan: Nach ihrer Darstellung saß der Verteidiger, den Hitzfeld sonst zum Sichern brachte, auf der Bank, weil er seit einem Eigentor in Ungnade gefallen war.

Hitzfeld sieht das anders, und seine Sicht verdient Gewicht. „Ich glaube wirklich, dass ich keine Fehler gemacht habe. Ich würde nichts anders machen“, sagte er [2019 der Daily Mail](https://www.sport1.de/news/fussball/champions-league/2019/05/champions-league-finale-1999-ottmar-hitzfeld-ueber-das-drama-des-fc-bayern); das Zitat ist aus dem Englischen übersetzt. Für ihn spricht der Spielverlauf. Mehmet Scholl traf den Pfosten, Carsten Jancker die Latte, Bayern hätte das Finale lange vor der Nachspielzeit entscheiden können. Entschieden haben es dann zwei Einwechselspieler, allerdings die von Alex Ferguson: Sheringham kam in der 67., Solskjær in der 81\. Minute.

Basler selbst war da schon draußen. [Hitzfeld nahm ihn kurz vor Schluss vom Feld](https://open.spotify.com/episode/4vGGqReVKK6aMUYh8VbNiZ?si=RzPWK0%5FbRVuHzjUf75V0-Q&nd=1&dlsi=807258447631433a), erschöpft sei er nicht gewesen, sagt Basler, der Trainer habe nur Zeit von der Uhr nehmen wollen. Dass er vor dem Spiel an der Hotelbar gesessen hatte, hält er bis heute für keinen Widerspruch zu seiner Leistung. „Ich war der beste Mann“, sagt Basler, es sei sein bestes Spiel für den FC Bayern gewesen.

Man kann Hitzfeld zugutehalten, dass kein Trainer eine Ecke in der Nachspielzeit vorhersieht. Aber ein Trainer entscheidet, wer bei dieser Ecke auf dem Platz steht, und in Barcelona stand dort nicht der Verteidiger, den Hitzfeld seit Brøndby nicht mehr brachte.