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# Basler rät Lennart Karl: Wer spielen will, muss weg
- URL: https://www.feverpitch.de/basler-lennart-karl-bayern-ergaenzungsspieler/
- Published: 2026-10-13T04:00:00.000Z
- Updated: 2026-10-13T03:59:59.000Z
- Description: Dem Bayern-Talent empfiehlt der Ex-Nationalspieler den Abschied, Kölns El Mala das Bleiben. Beide Male gilt: Einsätze vor Klubnamen.
- Author: Redaktion
- Tags: aktuelles

Ein entscheidender Auftritt im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach, und schon wird wieder darüber gesprochen, wie schnell Said El Mala den nächsten Karriereschritt machen könnte. Mario Basler bremst. In der neuen Folge von „Basler ballert“ sagt er über den Offensivspieler des 1\. FC Köln einen Satz, der das Lob zweimal ausspricht, bevor er es einschränkt: „Großes Talent, großes Talent – aber da müssen wir vorsichtig sein.“

Im Gespräch mit Oliver Dütschke legt der ehemalige Nationalspieler den Kölner neben Lennart Karl vom FC Bayern, und die beiden Ratschläge, die er verteilt, wirken zunächst wie Gegensätze. Karl soll sich irgendwann überlegen, ob München der richtige Ort für ihn ist, El Mala soll in Köln bleiben. Gemeint ist beide Male dasselbe: Ein Talent braucht Einsätze, kein großes Wappen über der Ersatzbank.

Für Karl fällt das Urteil hart aus. „Ich glaube nicht, dass Lennart Karl irgendwann noch mal Stammspieler wird bei Bayern München. Das glaube ich einfach nicht“, sagt Basler. Und dann legt er nach: „Und Lennart Karl, sage ich, ist Ergänzungsspieler, mehr nicht.“ Das Talent stellt er dabei ausdrücklich nicht infrage, seine Begründung zielt auf den Klub: Wenn Bayern die Chance habe, einen herausragenden Spieler zu verpflichten, werde der Rekordmeister sie nutzen – egal, welche Nachwuchsspieler schon im Kader stehen.

Daraus folgt Baslers eigentliche Frage an den Spieler: „Will er spielen oder will er Einwechselspieler sein?“ Wer Nationalspieler werden und sich auf höchstem Niveau etablieren wolle, müsse irgendwann regelmäßig auf dem Platz stehen. „Wenn er Stammspieler werden und sich für die Nationalmannschaft empfehlen möchte, muss er sich überlegen, ob Bayern auf Dauer der richtige Platz dafür ist“, sagt Basler. Das ist eine bemerkenswert offene Empfehlung für einen Spieler, den Trainer Vincent Kompany gerade behutsam aufbaut.

Dabei sieht Basler durchaus, was für München spricht. Das tägliche Training mit Weltklassespielern könne wertvoll sein, und dass Kompany den Jungen schrittweise heranführt, hält er für nachvollziehbar: Nicht jede Partie eigne sich, um ein Talent über die volle Spielzeit einzusetzen, in manchen Begegnungen könne Karl wichtige Minuten sammeln, während Stammkräfte für die Bundesliga geschont würden. Das ist ja kein schwaches Argument – wer in München trainiert, misst sich jeden Tag am höchsten Maßstab. Basler hält trotzdem dagegen: Auf Dauer müsse ein junger Fußballer regelmäßig spielen, Verantwortung übernehmen und sich im Wettbewerb beweisen.

Bei El Mala zieht er die Konsequenz in die andere Richtung. „Lass ihn in Köln noch mal ein Jahr spielen“, sagt Basler, erst danach solle sich zeigen, ob der Offensivspieler bereit sei für einen größeren Klub. Das Derby allein reicht ihm als Beleg nicht: „Es reicht nicht, wenn du einmal oder zweimal gut spielst. Du musst über fünf oder sechs Spiele zeigen, dass du diese Leistung bringen kannst.“ Dazu komme die Belastung bei einem international spielenden Verein mit Spielen im Drei- oder Vier-Tages-Rhythmus, die ein junger Spieler körperlich und mental erst einmal dauerhaft bewältigen müsse.

Der eigentliche Adressat sind damit weniger die beiden Spieler als die Debatte um sie. „Wir sind in Deutschland einfach zu schnell“, kritisiert Basler, und er beschreibt, was das im Kopf eines Talents anrichtet: „Wir haben nichts davon, wenn wir unseren jungen Spielern so viel Druck auflegen und die in ein Spiel gehen und denken: Ich muss jetzt entscheiden, ich muss überragend spielen.“ Ganz unschuldig ist die Sendung daran natürlich nicht: Die Mitteilung zur Folge stellt ausgerechnet das Ergänzungsspieler-Urteil über Karl ganz nach oben, nicht die Mahnung zur Geduld.

Mit derselben Geradlinigkeit geht Basler die übrigen Themen des Wochenendes an. Nach der 0:6-Niederlage von Eintracht Frankfurt stört ihn vor allem die Halbzeit-Auswechslung von Kapitän Robin Koch: „Ja, er hat keine Form. Ja, er macht viele Fehler, aber es gibt noch zehn Mitspieler, die machen auch Fehler.“ Über Borussia Mönchengladbach sagt er: „Gladbach macht da weiter, wo sie vor dem neuen Trainer aufgehört haben.“ Und Zweitligist Hertha BSC, sieben Siege aus sieben Spielen, rät er zur Zurückhaltung: „Ich finde es erst mal in Ordnung, dass man die Kirche im Dorf lässt und nicht jetzt gleich wieder davon träumt.“

Dass Basler nicht nur mit Talenten streng ist, zeigt sein Urteil über Niclas Füllkrug. Die Debatte um eine Rückkehr des Stürmers in die Nationalmannschaft wischt er weg: „Lass ihn für Bremen treffen, aber jetzt diese Diskussion wieder anfangen, er muss wieder in die Nationalmannschaft? Bitte“, sagt Basler. „Füllkrug ist ein guter Bundesligaspieler. Aber wenn wir doch ehrlich sind: Die Nationalmannschaft ist vorbei.“ Sein Maßstab ist derselbe wie bei Karl und El Mala, nur von der anderen Seite angelegt: „Nur weil jemand früher dabei war oder einen bekannten Namen hat, muss er nicht automatisch wieder ein Thema werden.“

Für den Routinier wie für die beiden Talente rechnet Basler also in derselben Währung, und sie heißt Einsatzminuten. Ein großer Name hilft keinem von ihnen, schon gar nicht der eines Klubs, auf dessen Bank man sitzt.